Mythen der Schwangerschaft - raten Sie mit!

01. In der Schwangerschaft sollte ich doppelt so viel essen wie zuvor.

Je mehr, desto besser? Wohl eher nicht. In der Schwangerschaft sollten Sie nicht doppelt so viel, sondern doppelt so gesund essen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät von einer übermäßigen Gewichtszunahme ab. In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten bleibt Ihr Kalorienbedarf gleich. Erst ab dem 4. Schwangerschaftsmonat steigt Ihr Bedarf gerade mal um ca. 250 kcal an (vergleichbar mit zwei Scheiben Käse). Was jedoch zunimmt, ist Ihr Bedarf an Vitaminen (besonders Folsäure), Mineralstoffen und Spurenelementen. Achten Sie deshalb besonders auf eine ausgewogene Ernährung mit viel gesundem Obst und Gemüse sowie Vollkorn- und Milchprodukten.

02. Wenn ich schwanger bin, darf ich keinen Sport machen.

Sie sind schwanger – nicht krank! Das heißt Sie dürfen auch weiterhin sportlich aktiv sein. Besprechen Sie am besten gemeinsam mit Ihrem Frauenarzt, welche einfachen Sportarten (z.B. Nordic Walking, Aqua Gymnastik, Yoga etc.) für Sie in Frage kommen. Besonders am Ende der Schwangerschaft sollten Sie körperliche Überanstrengungen unbedingt vermeiden.

03. Während der Stillzeit kann ich nicht schwanger werden.

Verlassen Sie sich nicht darauf! Es besteht auch während der Stillzeit die Möglichkeit, dass Sie schwanger werden. In dieser Zeit finden bei Ihnen durch den veränderten Hormonhaushalt zwar weniger Eisprünge statt bzw. es kann auch mal ein Eisprung ausbleiben, jedoch kann eine Schwangerschaft nicht generell ausgeschlossen werden.

04. In der Schwangerschaft bekomme ich außergewöhnliche Essgelüste.

Es stimmt, dass Sie während Ihrer Schwangerschaft eine Vorliebe für ungewöhnliche Essenskreationen entwickeln können. Bisher gibt es hierfür noch keine genauen wissenschaftlichen Erklärungen. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass die Umstellung des Hormonaushaltes – besonders die steigende Produktion des Schwangerschaftshormons HCG - eine ausschlaggebende Rolle dabei spielt. Der Grund, warum viele Frauen salzige oder saure Speisen in ihrer Schwangerschaft bevorzugen, hängt mit der erhöhten Östrogen-Konzentration zusammen, die den Speichel süßlicher schmecken lässt. So kann es sein, dass Sie häufiger Appetit auf deftige Speisen bekommen..

05. Wenn mir während meiner Schwangerschaft oft übel wird, wird es ein Mädchen.

Da haben Sie gar nicht so unrecht. Eine schwedische Studie hat gezeigt, dass Frauen, die ein Mädchen bekommen haben, häufiger an Übelkeit litten. Es wird vermutet, dass dies mit der erhöhten Konzentration des Schwangerschaftshormons HCG zusammenhängt. Dennoch sollten Sie einen Ultraschall durchführen lassen, um über das Geschlecht Ihres Kindes wirklich Gewissheit zu bekommen.

06. Ein kleines Gläschen Wein kann nicht schaden.

Sie sollten während Ihrer Schwangerschaft komplett auf Alkohol verzichten. Da die Leber Ihres ungeborenen Kindes noch nicht vollständig entwickelt ist, kann es alkoholhaltige Getränke oder Lebensmittel auch nicht abbauen. Auch auf den Genuss von Zigaretten sollte unbedingt verzichtet werden, da es die Sauerstoffkonzentration mindert, die Sie Ihrem Kind zur Verfügung stellen können. Daher gilt: Jeder Tropfen Alkohol und jede Zigarette können Ihrem ungeborenen Kind schaden! Bitte verzichten Sie während Ihrer Schwangerschaft daher vollständig darauf!

07. Mein Baby holt sich von mir, was es braucht.

Vielfach ist bei den heute üblichen Ernährungsgewohnheiten eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen zwar möglich, aber nicht immer gegeben. In der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Nährstoffen zusätzlich an. Nimmt die Mutter nicht ausreichend gesunde und ausgewogene Kost zu sich, kann das Kind nicht auf die natürlichen Ressourcen der Mutter zurückgreifen. In solch einem Fall kommt es zu Mangelerscheinungen beim Kind. Der sogenannte „offene Rücken“ als Folge eines Folsäuremangels ist eine mögliche Komplikation. Eine unzureichende Entwicklung des Gehirns aufgrund zu geringen Angebots an Omega-3-Fettsäuren ist ein anderes Beispiel für eine Mangelsituation. In einigen Fällen greift das Kind auf die Quellen der Mutter zurück und versucht sich mit Mineralstoffen wie z.B. Kalzium selbst zu versorgen. Die Folge ist eine Abnahme der mütterlichen Knochensubstanz mit möglichen Spätfolgen für die Mutter. Achten Sie deshalb während Ihrer gesamten Schwangerschaft auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse sowie Milch- und Vollkornprodukten, um solchen Mangelerscheinungen frühzeitig vorzubeugen.

08. Wenn ich über einen langen Zeitraum die Pille genommen habe, dauert es viel länger bis ich schwanger werde.

Das lässt sich nicht verallgemeinern. Jede Frau und jeder Zyklus ist individuell verschieden, so dass es bei jeder Frau unterschiedlich lange dauern kann bis sich der Zyklus wieder normalisiert und sie schwanger werden kann. Das heißt aber auch, dass Sie bereits im nächsten Zyklus schwanger werden könnten. Wichtig für Sie ist, dass die Pille Ihre Fruchtbarkeit nicht beeinflusst. Nach dem Absetzen der Pille sind Sie genauso fruchtbar, wie Frauen, die keine Pille zur Verhütung genommen haben.

09. Wenn ich einen spitzen Bauch bekomme, dann wird es ein Junge.

Von diesem Mythos haben die Meisten wahrscheinlich schon gehört. Bekommt die werdende Mama einen Kugelbauch wird es ein Mädchen - bekommt Sie einen spitzen Bauch, so wird es ein Junge. Leider ist an diesem Märchen nichts Wahres dran. Die Form des Bauches gibt höchstens Auskunft über den Körper der Mutter. Der spitze Bauch kann darauf hinweisen, dass Sie zum ersten Mal ein Kind bekommen oder sportlich gut durchtrainiert sind. Ein runder Bauch kann zeigen, dass Sie bereits ein Kind bekommen haben, denn mit jeder Schwangerschaft erschlaffen die Muskeln der Gebärmutter zunehmend. Dies führt zu einer Absenkung des Bauches.

10. Während der Schwangerschaft werde ich vergesslich.

„Wo habe ich nur meinen Schlüssel hingelegt?“ Es stimmt wirklich! Frauen werden während Ihrer Schwangerschaft vergesslicher – besonders das räumliche Erinnerungsvermögen lässt nach. Genaue Gründe konnten bislang noch nicht gefunden werden. Forscher gehen davon aus, dass dies mit dem veränderten Hormonspiegel zusammenhängt. Dieser könnte Einfluss auf die Hirnregionen nehmen, die zuständig für die Erinnerung sind.

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